Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, im Alltag Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Dabei geht es um das Wissen und Können des Einzelnen, sich gesund zu verhalten.

Gesundheitsrelevante Informationen lesen, bewerten und nutzen

Eine gesundheitskompetente Person nutzt Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in Gesundheitsfragen. Sie ist motiviert und befähigt, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und entsprechend zu handeln. Dies zu Hause, am Arbeitsplatz, im Gesundheits- und Bildungssystem sowie in der Gesellschaft ganz allgemein.  

Es lassen sich drei Ebenen der Gesundheitskompetenz unterscheiden (nach Nutbeam, 2000):  

  • Funktionale Ebene: gesundheitsrelevante Texte lesen und verstehen
  • Interaktive Ebene: gesundheitsrelevante Informationen sammeln, interpretieren und anwenden
  • Kritische Ebene: sich mit gesundheitsrelevanten Fragestellungen kritisch auseinandersetzen

Gesundheitskompetenz ist nicht nur für das Gesundheitswesen relevant

Gesundheitskompetenz ist nicht alleine eine Angelegenheit des Gesundheitswesens. Sie ist ein Thema, bei dem neben Krankenversicherern, Ärzteschaft oder Patientenorganisationen auch der Bildungsbereich, die Ernährungs- und Sportindustrie sowie der Detailhandel involviert sein sollten. Denn Gesundheit betrifft nicht nur den kurativen Sektor, sondern vom Pausenapfel bis hin zum Treppenlaufen die ganze Lebenswelt der Menschen – kurz: den Alltag.

Was ist der Nutzen von Gesundheitskompetenz?

Gesundheitskompetenz bringt sowohl Vorteile für die einzelne Person als auch für die Gesellschaft.

Individueller Nutzen

  • Höhere Autonomie im Umgang mit den zahlreichen, zum Teil intransparenten Gesundheitsdienstleistungen und dem komplexen Gesundheitssystem
  • Verbesserter Zugang zu Informationen in Gesundheitsfragen und effektivere Nutzung dieser Ressourcen
  • Erleichterte Entscheidungsfindung zur Förderung der individuellen Gesundheit und des Wohlbefindens sowie im Umgang mit Krankheit
  • Verbessertes Selbstmanagement bei chronischen Krankheiten

Gesamtgesellschaftlicher Nutzen

  • Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität des Einzelnen und der Gesellschaft
  • Stärkung der Kompetenz der Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit unterschiedlichen Leistungserbringern im Gesundheitswesen und im Umgang mit dem Gesundheitsversorgungssystem selbst
  • Bewahrung von Autonomie im Alter und Verhinderung bzw. Hinauszögerung der Pflegebedürftigkeit
  • Beitrag zur Dämpfung der Kostenentwicklung in der Gesundheitsversorgung und Senkung der Kosten zulasten der obligatorischen Krankenversicherung
  • Förderung und Bewahrung der Arbeitsfähigkeit und Verzögerung krankheitsbedingter vorzeitiger Verrentungen

Allianz Gesundheitskompetenz

2010 haben wir zusammen mit Public Health Schweiz, der Careum Stiftung, der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und Merck Sharp & Dohme (MSD) die Allianz Gesundheitskompetenz gegründet. Mit der Allianz wollen wir die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz verbessern. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Website der Allianz Gesundheitskompetenz.