Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA)

Politiken, Programme und Projekte auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene wirken sich auf die Volksgesundheit aus. Die GFA dient dazu, diese Auswirkungen im Vornherein abzuschätzen und zu optimieren. Sie ist eine gesundheitsfördernde Entscheidungshilfe für alle politischen Bereiche.

Die GFA in der Schweiz

Die in der Schweiz hinsichtlich GFA gemachten Erfahrungen stammen bisher im Wesentlichen aus einigen Pionierkantonen (Genf, Jura, Tessin). Im Mai 2015 haben wir ein Arbeitspapier mit dem Titel Gesundheitsfolgenabschätzung: Eine Standortbestimmung auf kantonaler Ebene der Schweiz publiziert. Es zeigt, dass die Pilotphase längst vergangen ist und dass strategische Entscheidungen über die Rolle der GFA in der Schweiz – als Werkzeug zur Umsetzung einer sektorübergreifenden Gesundheitspolitik – getroffen werden müssen. Einen gemeinsamen Ansatz auf kantonaler und nationaler Ebene entwickeln, die Begriffe und die Instrumente klären, der Koordination wieder zu neuer Dynamik verhelfen und die Expertise schweizweit weiter aufbauen: Dies sind lauter Herausforderungen, die es von allen beteiligten Akteuren gemeinsam zu bewältigen gilt.

Die GFA führt zu gesundheitsfördernden Entscheiden

Politiken, Programme und Projekte inner- und ausserhalb des Gesundheitsbereichs wirken sich auf die Volksgesundheit aus. Die GFA hilft den Verantwortlichen, die Qualität ihrer Entscheidungen zu verbessern, indem entsprechende Auswirkungen im Vornherein abgeschätzt werden. Die positiven Wirkungen ihrer Entscheidungen sollen maximiert und die negativen minimiert werden.

Die GFA  ist auf politische Stossrichtungen, Programme und Projekte aller Art anwendbar, die direkt oder indirekt einen Bezug zur Gesundheit haben. Anwendungsgebiete mit indirektem Bezug zur Gesundheit sind insbesondere die Bereiche Raumordnung, Wohnraum, Transport und Mobilität, Tourismus und Sozialwesen.

Mehrwert der GFA

Die GFA bietet in erster Linie folgenden Mehrwert:

  • Ressourceneinsatz wird optimiert: Indem Probleme vorweggenommen werden, wird der Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen optimiert, während die wirtschaftlichen Gesamtkosten des Gesundheitssystems sinken.
  • Entscheidungshilfe: Dank wissenschaftlicher Argumentation werden fundierte Entscheidungen gefällt. Die möglichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen eines Projekts werden systematisch geprüft. So können die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt gestellt und pragmatische Antworten gefunden werden.
  • Dialog: Der transparente und konstruktive Dialog mit der Bevölkerung und unter allen beteiligten Akteuren wird gefördert.
  • Sensibilisierung: Alle beteiligten Akteure werden für die Auswirkungen sensibilisiert, die ihre Handlungen und Entscheidungen auf die Volksgesundheit haben. 

Wir engagieren uns im Schweizer Verein für GFA

Wir sind Mitglied des Schweizers Vereins für GFA. Der Verein hat unter anderem ein Argumentarium und einen auf die Schweiz zugeschnittenen Leitfaden veröffentlicht, der in das Thema GFA einführt. Weitere Informationen über seine Ziele und Aktivitäten finden Sie unter www.impactsante.ch.