Prävention in der Gesundheitsversorgung

Nichtübertragbare Krankheiten wie Krebs oder Diabetes verursachen in der Schweiz die meisten Todesfälle, viel Leid und hohe Kosten. Im Rahmen der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) des Bundesrates sind wir aktuell dabei, eine Förderstelle für Projekte zur Prävention in der Gesundheitsversorgung aufzubauen.

Nichtübertragbare Krankheiten fordern uns heraus

Nichtübertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- und chronische Atemwegserkrankungen bilden in unserem Land die häufigsten Todesursachen. Sie bringen den Betroffenen und ihren Angehörigen viel Leid, dem Gesundheitswesen entstehen hohe Kosten: Die pflegeintensive Behandlung dieser Krankheiten verursacht 80 % der direkten Gesundheitskosten, was einem jährlichen Betrag von über 50 Milliarden Franken entspricht.

NCD-Strategie 2017 – 2024

Der Bundesrat setzt deshalb auf die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten («Non-Communicable Diseases» NCD). Der erste Zeithorizont der NCD-Strategie erstreckt sich über acht Jahre (2017 – 2024); darin eingebunden sind alle Akteure der Public-Health-Szene.

Der Massnahmenplan zur NCD-Strategie steht auf drei Säulen:

  • Bevölkerungsbezogene Gesundheitsförderung
  • Prävention in der Gesundheitsversorgung
  • Prävention in Wirtschaft und Arbeitswelt

Ziele der Prävention in der Gesundheitsversorgung

Die Zielsetzungen der «Prävention in der Gesundheitsversorgung» sind im NCD-Massnahmenplan wie folgt definiert:

  • Die Schnittstellen zwischen Prävention (Vorsorge) und Kuration (Behandlung, Pflege) sind verbessert.
  • Risikofaktoren wie Alkoholmissbrauch oder Tabakkonsum sind vermindert, Schutzfaktoren wie ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung sind gestärkt.
  • Die Chancengerechtigkeit ist gefördert.

Dabei richten sich die Massnahmen an Menschen, die in Kontakt stehen mit dem Gesundheitssystem, weil sie erhöhte Erkrankungsrisiken aufweisen oder bereits erkrankt sind. Eine besondere Rolle kommt dabei den Multiplikatoren, also der Ärzteschaft, dem Pflegefachpersonal, den Apotheken, den Gesundheitsligen und weiteren Akteuren zu.

Studien zeigen, dass der Ansatz «From cure to care» entscheidend dazu beiträgt, die Qualität der Behandlung und das Patientenwohl zu verbessern. Voraussetzung ist eine effektive Begleitung durch Leistungserbringer wie Ärztinnen und Ärtze, Pflegefachpersonen, Apothekerinnen und Apotheker, Spitäler, Gesundheitsligen, die Spitex und weitere, um die starke Zunahme der chronischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft und die Kostenfolgen für unser Gesundheitswesen zu begrenzen. Zudem geben die Präventionsmassnahmen allen Menschen die Chance, länger gesund zu bleiben – unabhängig von ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Status.

Massnahmen zur Prävention in der Gesundheitsversorgung

Der Massnahmenbereich «Prävention in der Gesundheitsversorgung» innerhalb des NCD-Massnahmenplans umfasst für die Jahre 2017 – 2024 folgende Komponenten:

  1. Grundlagen und Qualitätskriterien erarbeiten
  2. Projekte zur Stärkung der Prävention in der Gesundheitsversorgung fördern
  3. Finanzierungsmöglichkeiten für Präventionsleistungen aufzeigen
  4. Gesundheitsfachpersonen aus- und weiterbilden
  5. Selbstmanagement von chronisch kranken Personen und ihren Angehörigen stärken
  6. Nutzung neuer Technologien fördern

Mit dem BAG erarbeiten wir ein Konzept zur Projektförderung

Wir betreuen diesen Massnahmenbereich in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). Im Vordergrund stehen bis Ende 2017 die ersten beiden Teilschritte, die Erarbeitung von Grundlagen und Qualitätskriterien sowie die Erarbeitung eines Konzepts zur Förderung von Projekten. Der zukünftige Förderfonds wird in Zusammenhang mit den Massnahmen der NCD-Strategie, mit psychischen Erkrankungen und mit Suchterkrankungen stehen.

Bis Herbst 2017 erarbeiten wir und das BAG ein gemeinsames Konzept. Zu ausgewählten Inhalten dieses Konzepts werden sich interessierte Public-Health-Akteure äussern können. Bis Ende 2017 entwickeln wir die technische Lösung für die Projektförderung und voraussichtlich ab April 2018 sind erste Projekteingaben möglich.

Schritt für Schritt zur Projektförderung