Frequently Asked Questions (FAQ) zur Projektförderung Prävention in der Gesundheitsversorgung

Grundsätzlich können Projektskizzen und -anträge zusätzlich zu den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch auch in Englisch eingereicht werden. Allerdings muss vom Antragstellenden garantiert werden können, dass die Projektumsetzung sowie die Berichterstattung in einer der aufgeführten Landessprachen erfolgen kann.

   

Aus Ressourcengründen und im Sinne der Gleichbehandlung aller Antragstellenden sind wir zu einem standardisierten Vorgehen verpflichtet. Es ist uns daher in der ersten Projektauswahlphase nicht möglich, uns mit Antragstellenden zu treffen oder mit ihnen über Anforderungen oder ihr Projekt als solches zu diskutieren. Sollte Ihr Projekt jedoch in die Antragsphase kommen, erhalten Sie die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch, um Ihren Antrag vor der definitiven Einreichung zu präzisieren.

Antragseingabe und Projektselektion

   

In Ausnahmefällen und bei fehlenden Informationen können Sie uns natürlich kontaktieren. Bitte beachten Sie dabei die folgenden Regeln: Nur Antragsteller, deren Projekt im Registrierungssystem erfasst ist, können telefonisch Fragen stellen (Projektskizze im Online-Tool eröffnet). Um eine Gleichbehandlung aller Fragestellenden zu gewährleisten, sind telefonische Anfragen auf 30 Minuten je Projekt beschränkt. Die Antragstellenden können Gesundheitsförderung Schweiz nicht kontaktieren, um ihr Projekt zu diskutieren.

Weitere Informationen und Kontakt

   

Wir haben diesen Prozess so konzipiert, dass eine Gleichbehandlung aller Dossiers garantiert ist. Der erste Projektschritt basiert auf einer einfachen Projektskizze, welche die Institutionen über eine speziell dafür konzipierte Online-Plattform einreichen können. Die Beschreibungen und Argumentarien, mit denen die projektspezifischen Erfordernisse und Erwartungen belegt werden müssen, umfassen jeweils weniger als 1 000 Worte. Das zweistufige Verfahren soll sicherstellen, dass der Aufwand für die Erstellung der Projektskizze – in einer ersten Phase –  durch die Antragsteller nicht zu hoch ist.

Die Behandlung der Anträge in der ersten Projektauswahlphase («Projektskizzen») erfolgt speditiv und Antragsteller erhalten innert 45 Tagen ab Eingabeschluss einen Bescheid.

Regeln und Bedingungen für die Einreichung von Förderanträgen

  

Die wichtigste Zielgruppe sind Multiplikatoren aus folgenden Fachbereichen: Ärzteschaft, medizinisches Pflege- und Betreuungspersonal, Therapeut/-innen (Physio, Ergo etc.), weitere medizinische Fachpersonen (Apotheker/-innen etc.), nicht-medizinisches Personal von stationären Einrichtungen sowie von Unterstützungsdiensten (Besuchs-, Fahr-, Mahlzeitendienste).

Die zur Eingabe von Projekten berechtigten Antragsteller sind im Dokument Call for Proposals aufgeführt.

   

Ja, im Moment sehen wir bis 2024 ca. 9 Projekte vor, die aus diesem Bereich gefördert werden können.

Wir möchten aber auch die inhaltliche Weiterentwicklung bereits bestehender Projekte unterstützen. Diese ist in den Förderbereichen I und II angesiedelt.

Ganz allgemein gesagt, hat die vorgenommene Zuteilung der finanziellen Mittel in die vier Förderbereiche indikativen Charakter. Die Verteilung der Mittel kann aufgrund der eingehenden Anträge der Akteure innerhalb des Budgetrahmens angepasst werden.

  

Die Projektförderung PGV ist als Innovationsförderung ausgelegt. Innovation ist ein Prozess, von der Einführung von vielversprechenden Ansätzen, über die inhaltliche Weiterentwicklung von erfolgversprechenden eingeführten Projekten, hin zu einer Verbreitung. Die Projektförderung unterstützt neue Ansätze und Praktiken, die eine Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand bringen. Sie ist jedoch nicht für eine permanente Finanzierung ausgelegt.

Die Frage der Finanzierung ist auch Gegenstand der Massnahme 2.3 «Finanzierungsmöglichkeiten von Präventionsleistungen aufzeigen» im NCD-Massnahmenplan.

Gleichzeitig werden – zwingend bei grossen Projekten – die Akteure bereits bei der Ausarbeitung der Projektskizze aufgefordert, konkrete Überlegungen zur Nachhaltigkeit des Projekts anzustellen. Auch verweist das Reglement ausdrücklich darauf, dass eine Co-Finanzierung insbesondere dann erwünscht ist, wenn sie für die erwünschte Weiterführung eine massgebliche Rolle spielt.

   

Die Projektförderung PGV fördert anwendungsorientierte Projekte und sieht die direkt mit den Patientinnen und Patienten in Interaktion stehenden Akteure als obligate Projektteilnehmer. Gleichzeitig wünscht sie die Bildung von Konsortien, in denen weitere Akteure, z.B. Forschungsinstitutionen, eingebunden sind.

Schnittstellen innerhalb der Gesundheitsversorgung sowie zwischen Gesundheitsversorgung, Public Health und Gemeinwesen (Community) sind wichtig und sollen deswegen in erster Linie auch durch die betroffenen Akteure bearbeitet werden.

Krankenkassen und andere Akteure wie Kantone, Gemeinden, Hochschulen, aber auch private Firmen, können mit ihren jeweiligen spezifischen Stärken in Konsortien eine wichtige Rolle spielen und das Projekt breiter abstützen.

 

Nein, im Gegenteil. Das zweistufige Verfahren soll sicherstellen, dass der Aufwand für die Erstellung der Projektskizze – in einer ersten Phase –  durch die Antragsteller nicht zu hoch ist.

Schafft es eine Projektskizze in die Antragsphase, hat sie zwar keine Garantie, dass am Ende ihr definitiver Projektantrag genehmigt wird, doch steigt damit die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg.

 

Die Bewertungskriterien reflektieren, was üblicherweise bei derartigen Projekten verlangt wird. Zudem wird die Arbeitsgruppe BAG/GFCH durch Stellungnahmen des für diese Zwecke gebildeten «Expertengremiums Projektförderung PGV» unterstützt.

Generell sieht sich die Projektförderung PGV exzellenten Projekten verpflichtet. Dies erfordert erstens, dass die Projektskizzen gründlich und unter Einbezug von Experten geprüft werden, zweitens, dass die Projektskizzen klare Zieldefinitionen, Meilensteine und Indikatoren für die Messung der Zielerreichung enthalten, und drittens, dass der Projekterfolg überprüft wird. Alle Projekte werden evaluiert (Förderbereich II: Selbstevaluation; Förderbereiche I und IV: externe Evaluation).

  

Die Arbeitsgruppe BAG/GFCH achtet nach Möglichkeit auf eine ausgewogene Verteilung von Projektinhalten. Mit den Projektausschreibungen (Förderbereich III) gestaltet sie diese angestrebte Projektaufteilung in den Gebieten NCD, Sucht und psychische Gesundheit aktiv mit. Dabei berücksichtigt sie insbesondere Bereiche mit grossem Handlungsbedarf und kann so gezielt Lücken schliessen.

 

Definition

Früherkennung und Frühintervention bezeichnen das frühzeitige Wahrnehmen von Belastungen, Risikoverhalten und Anzeichen von Vulnerabilität mit dem Ziel, sie bei einer Gesundheitsevaluation richtig interpretieren zu können. Früherkennung bezieht sich dabei auf Risiken im Umfeld einer Person, die zur Entwicklung von problematischen Verhaltensweisen beitragen.

Sie ist damit Bestandteil der Frühintervention, die auf ein gesundheitsförderliches Umfeld und die Stärkung der pädagogischen Kompetenzen aller Mitglieder der Gemeinschaft abzielt, um Personen in schwierigen Lagen besser begleiten zu können. Das Konzept der Frühintervention verfolgt aber nicht nur das Ziel, das Verhalten der betroffenen Personen zu verändern. Vielmehr will es die zu Vulnerabilität führenden sozialen und strukturellen Ursachen frühzeitig erkennen und benennen sowie gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen unterstützen.

Früherkennung und Frühintervention im Rahmen der PGV

Im Rahmen der Prävention in der Gesundheitsversorgung zielt Früherkennung und Frühintervention auf Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko und/oder auf bereits erkrankte Personen ab, für die zusätzliche Gesundheitsrisiken bestehen und/oder identifiziert wurden. Es geht dabei nicht um systematische Gesundheitsscreenings, sondern um die Bestimmung der evidenzbasierten Kriterien für die Durchführung eines solchen Screenings.

Beispiel

Bei einer kardiovaskulären Erkrankung (z.B. einem Herzinfarkt) erleiden bekanntlich 20% bis 40% der Betroffenen unter anderem eine depressive Episode. Früherkennung und Frühintervention können dabei helfen, im Hinblick auf diese Komorbidität frühzeitig Massnahmen zu ergreifen.

Das Konzept der Früherkennung und Frühintervention, wie es im Rahmen der «Prävention in der Gesundheitsversorgung» definiert ist, orientiert sich an jenem im Bereich der Suchtprävention (Charta zum Thema Früherkennung und Frühintervention) und ist auf individuelle Ansätze fokussiert. Die in Artikel 12d und 12e der KLV (Verordnung über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung) definierten Früherkennungsmassnahmen werden daher im Rahmen der «Projektförderung Prävention in der Gesundheitsversorgung» nicht berücksichtigt (siehe Kapitel 6.2.4 des Reglements).

 

Ja, in den prioritären Interventionsbereichen I (siehe Reglement) ist Folgendes ausformuliert:

  • Schnittstellen innerhalb der Gesundheitsversorgung sowie zwischen Gesundheitsversorgung, Public Health und Gemeinwesen (Community)
  • Kollaboration, Interprofessionalität, Multiprofessionalität
  • Selbstmanagement chronischer Krankheiten und von Suchtproblematiken und/oder psychischen Erkrankungen

Darin eingeschlossen ist ebenfalls das stationäre Setting.