Globalisierung und BGM

Die BGM-Tagung hat es eindrücklich gezeigt: Viele Unternehmen betreiben betriebliches Gesundheitsmanagement mit grossem Engagement.

Fast zur gleichen Zeit trafen sich im amerikanischen Jackson Hole, am Fuss der Rocky Mountains, die führenden Notenbanker der Welt.

Sie zeigten sich besorgt über die Entwicklung der sogenannten Superstar-Firmen wie Google, Amazon oder Facebook. Die Konzentration von Geld und Macht bei wenigen grossen Playern kann unerwünschte Folgen für die Weltwirtschaft haben. Dass etwa die Löhne in vielen Ländern stagnieren, könnte mit dieser Machtkonzentration zusammenhängen: So zeigte etwa der Princeton-Ökonom Alan B. Krueger auf, dass die grossen Firmen in den letzten Jahren bei Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite tatsächlich an Schwerkraft gewonnen haben.

Raguran Rajahn von der University of Chicago sprach von einer sich abzeichnenden Zweiklassen-Gesellschaft: Auf der einen Seite die dynamischen, global wirksamen Konzerne inklusive ihrer Chefs und Angestellten. Sie häufen immense Gewinne an und bieten attraktive Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite alle die Arbeitskräfte, die dort nicht angestellt sind und von der Entwicklung kaum profitieren. Das erzeugt Spannungen, die in Populismus münden können.

Das also ist das globale Umfeld, in dem sich die Unternehmen behaupten müssen.

BGM kann nicht direkt Einfluss nehmen auf diese Entwicklungen. Und doch kann betriebliches Gesundheitsmanagement indirekt seine Wirkung haben: BGM setzt Standards, die einem gnadenlosen Wettbewerb Grenzen setzen. Jede Firma, die BGM betreibt, trägt dazu bei, dass diese Standards zum Allgemeingut und damit zu einer politischen Kraft werden.

Vgl. Handelszeitung vom 27. August 2018

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