Farewell Michelle

In wenigen Wochen ist es soweit: Die weltweit berühmteste und wohl auch einflussreichste Fürsprecherin der Gesundheitsförderung wird von der politischen Bühne abtreten. Michelle Obama hat sich in den acht Jahren im Weissen Haus mit viel Verve für einen gesünderen Lebensstil der Amerikanerinnen und Amerikaner eingesetzt.

Mit «Let’s move» hat sie bereits im Jahre 2010 eine nationale Kampagne lanciert, um möglichst vielen Kindern eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung zu ermöglichen. Seither ist sie dem Thema «Gesundheit» treu geblieben und hat immer wieder selber Hand angelegt. Und zwar sprichwörtlich. Sei dies im Fitnessraum oder im Garten des Weissen Hauses.

Man spürte, dass sie es ernst meinte: Sie wollte den Kindern Amerikas tatsächlich eine bessere Zukunft ermöglichen. Und weil sie wusste, dass diese es nicht aus eigener Kraft schaffen, ging die First Lady mit gutem Beispiel voran. Damit inspirierte sie ohne Zweifel unzählige Mütter (und auch Väter) im ganzen Land.

Diese Vorbildwirkung ist nicht zuletzt auch auf den ansteckenden Humor der Präsidentengattin zurückzuführen. Michelle demonstrierte eindrücklich, dass Gesundheitsförderung und Lebensfreude keine Gegensätze sind. Nicht nur sie, sondern die ganze Familie Obama war immer wieder ein echter Aufsteller. Ich kann mich an keine Präsidentenfamilie erinnern, welche mehr Spass hatte in Washington.

Manche Kommentatoren fanden es allerdings merkwürdig, dass sich eine Frau von ihrem Format für Gesundheitsförderung engagierte und sich sogar als Gärtnerin ins Szene setzte. Als brillante Juristin hätte sie sich doch mit wichtigeren Themen befassen können. Michelle liess sich jedoch durch solche Nebengeräusche nicht beirren und tat weiterhin, was sie für richtig hielt.

Damit steht sie übrigens nicht alleine da in der Weltgeschichte. Der grosse Aufklärer Voltaire, nach welchem in Frankreich ein ganzes Jahrhundert benannt wird, verbrachte seine letzten 20 Lebensjahre im eigenen Garten. Er war zur Einsicht gelangt, dass er dort am meisten bewirken konnte.

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