Drehen im Kreis

Lewis Hamilton, frisch gekürter vierfacher Formel-1-Weltmeister, ist nicht nur ein schneller Autofahrer, sondern auch ein nachdenklicher Mensch. «Unsere Welt befindet sich in einer Abwärtsspirale», sagt er in einem Interview (vgl. Tages-Anzeiger vom 23. Oktober 2017). Sorgen macht ihm insbesondere der Klimawandel und dessen Leugnung durch Politiker wie Donald Trump.

Auf die Frage, wie er es denn mit seinem Gewissen vereinbaren könne, Autorennen zu fahren, antwortet er: «Der Einfluss, den wir auf die Umwelt haben, ist verschwindend gering im Vergleich zu den grossen Umweltverschmutzern».

Leider eine sehr gängige Argumentation: Den eigenen Beitrag kleinreden und mit dem Finger auf grössere Umweltsünder verweisen. Solange die sich nicht bessern, soll man mich bitte mit Vorwürfen in Ruhe lassen!

Das Argument ist nicht einmal ganz falsch: Die kleinen Verhaltensänderungen bewirken in der Tat wenig, wenn sich im Grossen nichts ändert. Aber da das Grosse die Summe des Kleinen ist, kann es sich eben doch nur ändern, wenn es vom Kleinen bewegt wird.

Sonst drehen wir uns im Kreis, bis das Benzin ausgeht, und die Atemluft dazu. Eine Siegesfeier mit Champagner wird es dabei kaum geben.

One thought on “Drehen im Kreis

  1. wahrscheinlich haben ihn auch die Enthüllung der Paradise Papers nachdenklich gestimmt… Steueroptimierung und Umweltverschmutzung, tolle Kombi, nicht wahr? Jedenfalls rundet es das Ganze ab.

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