Job-Stress-Index

Wir ermitteln seit 2014 jährlich drei Kennzahlen zu den Auswirkungen von arbeitsbedingtem Stress auf Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen: den Job-Stress-Index, die Erschöpfungsrate und das ökonomische Potenzial von Verbesserungen im Job-Stress-Index. Unterstützt werden wir dabei von der Universität Bern und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Job-Stress-Index 2015

Die Resultate der Erhebung 2015 zeigen:

  1. Gut jeder fünfte Erwerbstätige (22,5 %) hat Stress, d. h. mehr Belastungen als Ressourcen am Arbeitsplatz.
  2. Gut jeder fünfte Erwerbstätige (22,6 %) ist erschöpft.
  3. Die Erschöpfungsrate wird massgeblich durch Verhältnisse bei der Arbeit beeinflusst.
  4. Stress kostet die Arbeitgeber 5 Milliarden Franken pro Jahr.
  5. Langfristige Belastungen am Arbeitsplatz haben negative Folgen auf die Gesundheit und die Arbeitszufriedenheit und erhöhen die Kündigungsabsicht.
  6. Die wahrgenommene Verpflichtung, in der Freizeit erreichbar zu sein, wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

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Der Forschungsbericht 2015 kann unter folgender Adresse bestellt werden:
wirkungsmanagement(at)promotionsante.ch
    

Job-Stress-Index 2014

Job-Stress-Index 2014: 24,8 % der Erwerbstätigen in der Schweiz haben an ihrem Arbeitsplatz verhältnismässig mehr Belastungen als Ressourcen

Mit dem Job-Stress-Index erfassen wir die Arbeitsbedingungen und machen Aussagen über das Verhältnis von Ressourcen und Belastungen am Arbeitsplatz. Um die Entwicklung der Stresssituation zu verfolgen, führen wir ab 2014 jährlich eine repräsentative Online-Erhebung durch.

Der Job-Stress-Index 2014 beträgt 50,03 Punkte. Dies bedeutet, dass die Erwerbstätigen in der Schweiz im Durchschnitt über etwa gleich viele Ressourcen und Belastungen verfügen. Beinahe jeder vierte Erwerbstätige (24,8 %) – also mehr als eine Million Menschen – hat jedoch einen Job-Stress-Index von 54,1 und mehr Punkten. Diese Personen haben am Arbeitsplatz mehr Belastungen als Ressourcen. Damit sie gesund und leistungsfähig bleiben, sollten die Belastungen abgebaut und die Ressourcen gestärkt werden.

Erschöpfungsrate 2014: ein Viertel der Erwerbstätigen in der Schweiz ziemlich oder stark erschöpft

Die Erschöpfungsrate macht Aussagen über die Erschöpfung von Erwerbstätigen und ist eine wichtige Kennzahl für das Befinden. Erschöpfung beinhaltet das Gefühl der Überbeanspruchung, des Energieverlustes und des Ausgelaugtseins. Sie ist die zentrale und offensichtlichste der drei Dimensionen des Burnout-Syndroms.

Die im Rahmen des Job-Stress-Index 2014 ermittelte Erschöpfungsrate beträgt 24,0 %. Dies bedeutet, dass rund ein Viertel aller Erwerbstätigen in der Schweiz (24.0 %) – also mehr als eine Million Menschen – ziemlich (17.9 %) oder stark (6,1 %) erschöpft sind.

Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen Job-Stress-Index und Erschöpfungsrate: Ein hoher Job-Stress-Index geht mit einer hohen Erschöpfung einher.

Ökonomisches Potenzial 2014: Optimiert Schweizer Wirtschaft ihren Job-Stress-Index, ist Produktivitätsgewinn von 5,58 Milliarden Franken möglich

Mit dem ökonomischen Potenzial zeigen wir mögliche Produktivitätsgewinne für die Schweizer Wirtschaft in Zusammenhang mit Verbesserungen des Job-Stress-Index auf. Wir berechnen, inwiefern sich die gesamte Produktivität verbessern würde, wenn für alle Erwerbstätigen ein günstiges Verhältnis von Belastungen und Ressourcen erreicht werden könnte.

Das im Rahmen des Job-Stress-Index 2014 ermittelte ökonomische Potenzial beträgt 5,58 Milliarden Franken. Berücksichtigt werden dabei

  • die verbesserte Arbeitsleistung, die 75 % (4,258 Milliarden Franken) ausmacht und
  • die Reduktion von Fehlzeiten, die 25 % (1,321 Milliarden Franken) ausmacht.